Was macht ein Tattoo eigentlich zu einem Seelentattoo?
Für mich ist es die persönliche Verbindung zu einem Motiv. Manchmal entsteht es aus einer besonderen Erfahrung, einer Erkenntnis oder einem neuen Lebensabschnitt. Manchmal sieht man einfach etwas Schönes und weiß sofort: Das passt zu mir.
Ich möchte dir anhand meiner eigenen Tattoos zeigen, wie unterschiedlich solche Geschichten sein können.
Mein Unalome – wie alles begann
Mein erstes selbst entworfenes Tattoo entstand in einer Zeit, in der ich mich intensiv mit meiner persönlichen Entwicklung beschäftigt habe. Besonders angesprochen hat mich das Unalome-Zeichen, das sinnbildlich für unseren Lebensweg steht – mit all seinen Umwegen, Erfahrungen und Erkenntnissen.
Ich entschied mich für die weibliche Variante und verband sie mit einem Symbol für bedingungslose Liebe. Die Liebe zu mir selbst, aber auch zu meinen Seelenmenschen. Darüber integrierte ich noch das Om-Zeichen. So entstand aus verschiedenen Symbolen ein ganz persönliches Motiv.
Mich faszinierte, dass ich Gedanken und Gefühle in ein Bild übersetzen konnte, das genau meine Geschichte erzählte. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee zu Seelentattoo.
Licht und Liebe – mein kleines Tattoo am Finger
Während meiner Körpertherapie hatte sich für mich eine wichtige Erkenntnis herauskristallisiert: Licht und Liebe sind meine Essenz. Etwas, das ich tief in mir spüre, aber auch in meinem Leben ausdrücken und an andere Menschen weitergeben möchte.
Dafür entwickelte ich ein kleines Symbol aus einem Herz und einer Sonne, das ich auf einem Finger trage. Es erinnert mich daran, was für mich wesentlich ist.
Why Not – warum eigentlich nicht?
Auf einem anderen Finger stehen zwei Worte: Why Not? Dieses Tattoo entstand, als ich mich entschied, mein eigenes Tattoostudio zu eröffnen. Ich war Ärztin und hatte viele Vorstellungen im Kopf, was man als Ärztin tun sollte und was vielleicht nicht dazugehört. Kann ich gleichzeitig Ärztin und Tätowiererin sein? Was werden andere darüber denken?
Irgendwann fragte ich mich: Warum eigentlich nicht? Die Medizin und die Kunst gehören beide zu mir. Und ich habe erkannt, dass ich nur dann wirklich ich selbst sein kann, wenn ich beiden Seiten Raum gebe. Mein „Why Not“ erinnert mich daran, meinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn er nicht den üblichen Vorstellungen entspricht.
Feuer und Flamme für Seelentattoo
Hinter meinem Ohr trage ich eine kleine Flamme. Dieses Motiv habe ich nicht selbst entworfen. Ich hatte es gesehen und fand es einfach wunderschön. Ich ließ es mir tätowieren, als ich mein Studio eröffnet hatte. Denn genau so fühlte ich mich: Feuer und Flamme für Seelentattoo.
Ich liebe es, kreativ zu arbeiten, Menschen kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen etwas entstehen zu lassen. Für mich fühlt sich das Tätowieren nicht wie Arbeit an, sondern wie Glück. Meine kleine Flamme zeigt auch, dass nicht jedes Seelentattoo neu entworfen werden muss. Manchmal ist ein bestehendes Motiv genau das Richtige.
It is what it is – mein Tattoo in einer Zeit der Ungewissheit
Als ich einen Knoten in meiner Brust ertastete, wusste ich noch nicht, was auf mich zukommen würde. Als Ärztin kannte ich natürlich die möglichen Ursachen. Und meine Gedanken waren schnell bei all den Dingen, die passieren könnten. Aber eigentlich war in diesem Moment noch alles gut. Ich hatte noch keine Diagnose. Und ich wollte lernen, nicht ständig gedanklich in einer ungewissen Zukunft zu sein, sondern mehr im Hier und Jetzt zu leben.
In dieser Zeit entstand mein Lebensmotto: „It is what it is – and it becomes what you make of it.“ Es ist, wie es ist. Und es wird das, was du daraus machst.
Ich verband diesen Schriftzug mit einem Ensō-Kreis aus der japanischen Zen-Tradition. Für mich steht er für Gegenwärtigkeit und die Annahme dessen, was ist. Dazu gestaltete ich eine rote, untergehende Sonne, die sich im Meer spiegelt. Ich liebe das Meer und wollte mich an die schönen Momente in der Natur erinnern. Außerdem integrierte ich zwei Schwalben. Sie stehen für mich für Hoffnung, für die Heimkehr zu mir selbst und für die Zusammengehörigkeit mit meinen Lieblingsmenschen.
Den Entwurf habe ich selbst gestaltet. Tätowiert hat ihn mir eine Kollegin, die gleichzeitig einer meiner Lieblingsmenschen ist. Und das alles geschah, bevor ich meine Brustkrebsdiagnose bekam. Dieses Tattoo erinnert mich bis heute daran, das Leben wahrzunehmen, das gerade stattfindet, anstatt mich ständig mit einer möglichen Zukunft zu beschäftigen.
Meine Lotusblüte – als sich mein Körper veränderte
Mit meiner Brustkrebsdiagnose veränderte sich auch mein Verhältnis zu meinem Körper. Ich war plötzlich selbst Patientin und musste erleben, wie es sich anfühlt, wenn man über vieles nicht mehr selbst entscheiden kann. Als klar war, dass ich durch die Chemotherapie meine Haare verlieren würde, habe ich sie mir bereits vorher selbst abrasiert.
Die Lotusblüte auf meinem Kopf wurde für mich zu einem Symbol für Veränderung und persönliche Entwicklung. Anfangs trug ich eine Perücke. Irgendwann entschied ich mich, sie wegzulassen und mich mit meinem kahlen Kopf und meiner Lotusblüte zu zeigen.
Für mich war das ein wichtiger Schritt, meinen veränderten Körper anzunehmen und selbst zu entscheiden, wie ich mich zeigen möchte. Diese Erfahrung hat meinen Blick auf die Bedeutung von Tattoos noch einmal verändert.
Mit dem Herzen sehen
Nach meiner Krebserkrankung entstand ein weiteres Seelentattoo auf meinem Arm. Es zeigt ein Auge mit einem Herz als Pupille. Vom Auge gehen Strahlen nach außen, ähnlich wie Sonnenstrahlen.
Dieses Motiv habe ich mitgestaltet, weil es etwas ausdrückt, das ich durch meine Meditationen erfahren habe. Wenn ich zur Ruhe komme und ganz bei mir selbst bin, kann ich vieles bewusster wahrnehmen. Das Herz in der Pupille erinnert mich daran, die Dinge aus der Liebe heraus zu betrachten. Und die Strahlen stehen für mich für das, was aus dieser Haltung nach außen wirken kann.
Du hast eine Idee für dein eigenes Seelentattoo?
Dann lass uns darüber sprechen. Ich freue mich darauf, dich und deine Geschichte kennenzulernen. Vereinbare deinen persönlichen Beratungstermin bei Seelentattoo in Bonn.
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